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Burg Beeskow (pm). Die Orgel gilt als »Königin der Instrumente«. Unglaubliche 2.300 Jahre sind vergangen, seitdem die ersten Orgeln gebaut oder – besser – konstruiert wurden. Heute zählt das älteste Tasteninstrument zum Immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe der Menschheit. Als majestätisch wird die Musik, das Zusammenspiel von Hunderten, teils Tausenden Pfeifen bezeichnet. »Das Schönste für mich ist aber, dass so eine Königin auch liebevolle Farben haben kann«, sagt Konrad Scheffler, »ein leises Konzert, bei dem der Organist mit Stimmen von Flöten und Streichern das Publikum mitnimmt – das ist toll.« Als Geschäftsführer der Sieversdorfer Orgelwerkstatt Scheffler widmet sich der 36-Jährige mit seinem Team vor allem den sogenannten romantischen Orgeln aus dem 19. Jahrhundert. »Im Umgang mit romantischen Sauer-Orgeln gibt es keine Firma, die es besser machen kann als wir.«
Wie klingt der Landkreis? Das aktuelle »kursbuch oder-spree« befasst sich auf regionaler Ebene mit der Welt der Töne und Geräusche – zwischen Klassik und Schlager, Orgelbau und Jagdhornblasen bis zu Gehörlosigkeit und Waldesruh. Wer musiziert – auf welche Weise? Wie fühlt es sich an, wenn wir das Leben verstärkt von seiner akustischen Seite wahrnehmen? Und wann lohnt es sich, Geräusche einmal auszublenden? Unter dem Titel »vom lauschen und lärmen« geht das neue »kursbuch oder-spree« diesen Fragen nach und sucht die Antwort bei den Menschen der Region. 16 Geschichten sind auf diese Weise entstanden, von denen wir drei bei Lesung und Gespräch am 20. Februar 2026 um 19 Uhr in der Dorfkirche in Sieversdorf vorstellen werden.
Neben der Geschichte der im Ort ansässigen Orgelbaufirma kann man dann auch erfahren, wie Ekkehard Krüger dazu gekommen ist, in Beeskow einen Musikverlag zu gründen, und was die Mitglieder des Frauenchores Erkner e.V. am Singen reizt. Neben den Autor:innen werden auch die jeweiligen Protagonist:innen zu Gast sein. Außerdem stehen ein Kurzkonzert der Erkneraner Chorfrauen und ein Intermezzo auf der Orgel auf dem Programm sowie eine Führung durch die Orgelwerkstatt Scheffler. Der Eintritt ist frei.
Herausgeber des »kursbuches oder-spree«, das im Verlag für Berlin-Brandenburg erscheint, sind der Landkreis Oder-Spree und der Förderverein der Burg Beeskow. Erhältlich ist es ab Anfang Dezember in vielen Buchhandlungen der Region sowie in Ämtern, Museen und Tourismus-Informationen des Landkreises, auf der Burg Beeskow und online über museumoderspree.de.
Landkreis Oder-Spree/Förderverein Burg Beeskow (Hrsg.): »vom lauschen und lärmen – kursbuch oder-spree«, Verlag für Berlin-Brandenburg, 128 S., ca. 50 Schwarz-Weiß-Abbildungen, ISBN 978-3-96982-117-6, 10 Euro
Ein Projekt im Rahmen von »Campus Kultur – Burg Beeskow«, gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und der Sparkasse Oder-Spree mithilfe des PS-Lotterie-Sparens
Fotonachweis: Pfarrerin Alina Erdem öffnet Konrad Scheffler in der Kirche in Golßen (Dahme-Spreewald) den Raum hinter der Orgel. Foto: Andreas Batke/kursbuch oder-spree |