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Vermischtes:
Starke Winde, große Höhen und bleibende Eindrücke





Eisenhüttenstadt (han). Aprilwetter mit Schauern, starken Windböen und immer wieder mal Sonnenschein erwarteten die vielen, vielen Flugwilligen am Tag der offenen Tür des Flugsportvereines Eisenhüttenstadt, der mit den Gästen seinen 60. Geburtstag des Flugplatzes beging. Am 7. Mai 1966 erfolgte auf den Flugplatz bei Pohlitz der erste Start.
Die Hauptsache für die meisten Besucher war natürlich das Mitfliegen und das Erleben des Gefühls von Freiheit – für Momente losgelöst von allem Irdischen oder anders gesagt einfach nur für fünf Minuten genießen und neue Eindrücke sammeln. Genau die Dinge waren es, die auch Lea Fünfstück (21) und Helene Staar (17) vor einigen Jahren auf den Flugplatz und in den Himmel über Eisenhüttenstadt zogen. „Selbst fliegen mit 14 und frei sein, sich einfach einem tollen Gefühl hingeben, dass ist etwas was mich immer wieder aufs neue reizt“, resümierte Lea kurz vor ihrem ersten Gästeflug im „Puchacz“, einem doppelsitzigen Schulsegler aus polnischer Produktion. Ihr Fluggast aus Frankfurt (Oder) war Volker Richter, ehemaliger Radsporttrainer in Berlin und Frankfurt (Oder) bis 1990 und auch ein sehr flugerfahrener Mann. „Ich habe schon in allen möglichen Flugzeugen und Hubschraubern gesessen, bin im Tragschrauber mit geflogen, aber habe noch nie einen Segelflug erlebt. Ich bin neugierig und zu gleich aufgeregt und freue mich ungemein, gleich mit meiner Pilotin an den Start zu gehen.“ Dieser verzögerte sich wegen eines vorüberziehenden Regenschauers und weil die ca. 1.200 Meter langen Startseile nicht da waren. Die waren aber dann da, als der Regenguss vorüber war. Fallschirme anlegen, die richtige Sitzposition finden, Hinweise für das Verhalten im Notfall gehörten dann zu den standardmäßigen Flugvorbereitungen. In dieser Zeit überprüfte Lea die Funktion der Ruder und mit den Fliegerkameraden die der Seilkupplung. Das Haube schloss sich, die Fläche wurde angehoben und das Schleppseil begann sich zu straffen und zog dann die Maschine mit zunehmender Geschwindigkeit in die Luft. Schon nach wenigen Metern ging das Segelflugzeug in einen steilen Steigflug über und bei den vorherrschenden starken Winden, wurden Schlepphöhen bis um die 500-Meter-Marke erreicht. Einige Vollkreise und nach etwa zehn Minuten war es auch schon Zeit für den Landeanflug, da erstens keine Thermik war und zweitens schon die nächsten Passagiere warteten. Der gleiche Andrang herrschte bei den Motorrundflügen mit der Cessna von je 15 Minuten.
Während Volker Richter noch ganz unter dem Eindruck des Erlebten stand und das Ganze mit den Worten „einfach nur super“ kommentierte, gab es am Rande des Flugfeldes viele Begegnungen ehemaliger und aktiver Mitglieder des Flugsportvereines, die zum Teil gemeinsam auf Typen geflogen waren, die heute nicht mehr im Bestand sind, wie zum Beispiel der „Bocian“ oder noch älteren „Holztypen“. Die eingangs genannten jungen Segelfliegerinnen Lea und Helene haben übrigens schon erfolgreich an Landesmeisterschaften und Helene sogar als eine der jüngsten Teilnehmerinnen an Bundesmeisterschaften im Jugendvergleichsfliegen erfolgreich teil genommen.

Während auf dem Flugfeld die reale Fliegerei stattfand, gab es Interessantes zum Leben im Verein am Grill, oder mit einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee auf dem Tisch im Vereinsgebäude zu erfahren. Kurt-Reiner Jahnke stellte nicht nur sein neues Buch über die Geschichte des Platzes „Fürstenberg (Oder), Stalinstadt, Eisenhüttenstadt – Die Entwicklung des Flugsports in der Region. Unsere Geschichte von den Anfängen bis 1970“ in einer erweiterten Neuauflage in einem packenden Vortrag vor. In den Gesprächen ging es auch um das Leben im Verein, um Gemeinsamkeit, gegenseitige Verantwortung – Segelflug ist eine Gemeinschaftssportart - und natürlich Wolken, Wind, Wetter und die Einzigartigkeit eines jeden Fluges. Wer es erlebt hat und wen das Flugfieber gepackt hat oder wer nur einfach mal „Höhenluft schnuppern“ möchte, ist im Flugsportverein Eisenhüttenstadt herzlich willkommen und sollte an den Wochenenden mal auf dem Verkehrslandeplatz bei Pohlitz vorbeischauen.

Mehr Infos dazu unter https://fsv-ehst.de .

Fotos: han

Eingetragen am 15.06.2026 um 06:11 Uhr.
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