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Kultur:
Uraufführung und alte Meister im Programm des Motettenchores


Beeskow (St. Marien). Die Töne des letzten Probenwochenendes sind verklungen, bevor am 17. November 2019 das diesjährige Konzert des Motettenchores Beeskow erklingen wird. Um 17 Uhr sind dann in der St. Marienkirche Beeskow die „Musikalischen Exequien“ von Heinrich Schütz (1585-1672) zu hören. Was Schütz als Begräbnismusik komponierte, ist letztendlich aber eine unglaublich tröstende Musik, die der Dresdner Meister hervorgebracht hat. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ intoniert da der Tenorsolist und der Chor antwortet „Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben“. Freilich wird auch von der Mühsal und der Flüchtigkeit menschlichen Lebens zu hören sein. Am Ende aber bleibt der Frieden, der sich auf alles vollendete Leben senkt. Schütz komponiert dies am Schluss seiner Musik für drei Solisten, die aus „der Ferne“, also von der Empore herunter, zum Chor singen. Beginnen wird das Programm mit der Motette von Johann Sebastian Bach (1685-1750) „Komm, Jesu, komm“. Eine achtstimmige Komposition für zwei Chöre. Im Programm des Motettenchores übernehmen die Solisten den zweiten Chor. Bachs Chormotetten zählen zu seinen beeindruckendsten aber auch schwierigsten Chorkompositionen.
Zwischen beiden Stücken erklingt eine Uraufführung, die für den Beeskower Motettenchor entstanden ist. Programmatisch passend ist es ein Requiem. Allerdings trägt es den Zusatz „Requiem alternativ“. Das Besondere des „Requiem alternativ“ ist die Doppelsprachigkeit. Latein und Deutsch wechseln sich in den Sätzen ab. Das kommt dem heutigen Hörer entgegen ohne auf die klassischen markanten Texte des lateinischen Requiems verzichten zu müssen. Bibeltext, liturgische Stücke und Choräle verbinden sich so zu einem 25-minütigen Werk. Alternativ zu früheren Requiems ist auch die Instrumentierung. Pauken, Trommel und Gong bilden das rhythmische Gerüst. Elektronische Tasteninstrumente, Beat Root und Shruti-Box entwickeln meditative Melodien und langhaltende Akkorde. Der 1–6-stimmige Chor psalmodiert, variiert Choralmelodien, hämmert tonwiederholend dramatische Texte oder spricht rhythmisierend den Bibeltext aus dem Buch der Prediger „Alles hat seine Zeit“. Am Ende ist es dann doch keine Totenmesse, dieses „Requiem alternativ“, sondern führt zum Leben zurück. Aller Tod mündet ein in die Auferstehung. Und so baut sich das Werk schließlich zu einem breit gefächerten Chorfinale mit dem Refrain eines niederländischen Liedes auf, wo es heißt „Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn“.
Der Eintritt des Konzertes ist frei. Ganz herzlich wird am Ausgang um eine Spende für die Kosten gebeten.


Text 6 Fotos: Matthias Alward

Eingetragen am 05.11.2019 um 05:27 Uhr.
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