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350 Jahre Kanalgeschichten



Wiesenau (han). 350 Jahre Friedrich-Wilhelm-Kanal ist nicht nur für die Groß Lindower und die Tourismusförderer des Amtes Brieskow-Finkenheerd ein Thema, sondern scheinbar von überregionalem Interesse. Der zweite Vortrag in einer ganze Reihe von Veranstaltungen anlässlich des Kanaljubiläums unter dem Thema „Der Oder-Spree-Kanal als Nachfolger des Friedrich-Wilhelm-Kanals“ war „voll ausgebucht“. Das heißt selbst die Bedienung in den Bayernstuben hatte es schwer Bier Limo und Wasser an die entsprechenden Plätze zu bringen. Leider unterbrach sie damit auch den excellenten Vortrag von Gordon Starcken, der beim Schifffahrts- und Wasserstraßenamt Berlin in Fürstenwalde arbeitet und gleichzeitig Autor des sehr empfehlenswerten Buches „Schifffahrt über den Berg – 125 Jahre Oder-Spree-Kanal“ ist.
Er ging vor allem auf den Bau des Oder-Spree-Kanales in den Jahren 1887 bis 1891 ein, als Notwendigkeit, weil der alte Friedrich-Wilhelm-Kanal für die zunehmende Schifffahrt zu klein geworden war. Es war eine Reminizens an eine großartige Bauleistung und epochale Bauwerke, wie die Zwillingsschachtschleuse bei Fürstenberg. „Die ist aus einem Architekturwettbewerb hervor gegangen und hat sich letztendlich gegenüber einem Schiffshebewerk durchgesetzt“, erzählte Gordon Starcken. Der schwankende Wasserstand der Oder und damit der Zumündung zum geplanten Bauwerk, ließ die Ingenieure die Idee des Hebewerkes verwerfen und die der Zwillingsschachtschleuse aufgreifen, die von 1925 bis 1929 erreichtet wurde und damals die größte Doppelkammerschleuse Europas war. Mit einer Kammergröße von 127 mal 12 Metern und einer maximalen Hubhöhe von 14 Metern ist sie immer noch beeindruckend und maßgebend für die modernen Schubeinheiten. Leider haben die anderen Schleusen mit dieser vorausschauenden Entwicklung nicht Schritt gehalten und wurden erst nach und nach ausgebaut. Der heutige Engpass ist die Schleuse in Fürstenwalde, die mit 67 Metern Kammerlänge in einer Kurve liegt und deshalb nicht erweitert werden kann. „Das ist das Nadelöhr und hier muss neu gebaut werden. Das Projekt ist auch wieder im Bundeswasserstraßenplan enthalten, steht aber unter Sonstiges“, meinte der Vortragende nur lakonisch, der auf Nachfragen bestätigte, dass der Oder-Spree-Kanal nur als Nebenwasserstraße geführt wird und diese Einstufungen abhängig von der bewegten Tonnage sind. 1900 bis in die DDR-Zeit hinein wurden rund zwei bis drei Millionen Tonnen Güter bewegt. Auf dem Abschnitt von Berlin bis Fürstenwalde sind es heute rund 600.000 Tonnen und in Eisenhüttenstadt liegt das Frachtaufkommen mittlerweile unter 100.000 Tonnen. Hier müsste vor allem die regionale und Landespolitik Druck machen, so der Wasserstraßenexperte, der zum Abschluss noch einen zehnminütigen Film vom Bau der Zwillingsschachtschleuse zeigte. Dieses Filmfragment istdas letzte erhaltene einer sechsteiligen Dokumentation, die über eine Stunde Filmmaterial beinhaltete. Heute können bei Tagen der offenen Tür oder nach Voranmeldungen übrigens der alte und neue Steuerstand der Schleuse sowie ausgetauschte Apparaturen und Schieber besichtigt werden. Die Schleusen des Friedrich-Wilhelm-Kanals wurden übrigens erst im zweiten Weltkrieg zerstört und danach nicht wieder instand gesetzt.
Wer mehr erfahren möchte, ist am 11. August zur großen Festveranstaltung anlässlich des 350sten Kanalgeburtstages nach Groß Lindow eingeladen. „Ein weiterer Höhepunkt am Wasser wird das Deutsch-Polnische Sommerfest am 1. September in Aurith-Urad sein“, wirbt der Geschäftsführer des Fördervereines Schlaubemündung-Odertal Lukasz Kaczmarek für dieses Event mit Fahrverbindung nach Polen, wenn der Wasserstand der Oder es zulässt. Der Verein ist nicht nur maßgeblich an der Organisation der Veranstaltungen beteiligt, sondern hält auch jede Menge Infomaterial für Interessierte in der Tourismusinformation in Brieskow-Finkenheerd (ehem. Autohaus Wolff) bereit.

Fotos: han

Eingetragen am 22.07.2018 um 18:58 Uhr.
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