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Kultur:
Mit „Blamu“ in die Jubiläumsnacht





Eisenhüttenstadt (han). Es gibt Namen, die ziehen das Publikum einfach nur an. Einer dieser ist „Blamu Jatz Orchestrion“, beschriebt sechs studierte Vollblutmusiker aus Weimar, ist in der Eisenhüttenstädter Kennerszene ein Zugmagnet und sorgte am Abend vor Himmelfahrt im Feuerwehrmuseum für eine ausverkauftes Haus. Was Museumschef Hartmut Preuß besonders freute, war nicht nur das 40. Jubiläum einer außerordentlich seit 20 Jahren erfolgreich laufenden Konzertreihe sondern die Tatsache, dass fast alle Plätze schon eine Stunde vor Konzertbeginn belegt waren. „Das überwältigt mich jetzt auf und ich hoffe, dass wir noch viele Konzerte hier erleben werden“, meinte er, während er Gäste willkommen hieß, kleine Pläuschchen machte. Die so nebenbei gesagten Worte haben durchaus einen tieferen Sinn. Irgendwie scheint die Kulturszene der Stadt in der Neuordnung. Kulturchefin Martina Harz wollte die Frage nach der Zukunft dieser Konzertreihe nicht eindeutig beantworten und wich aus mit der Begründung, dass die gesamte Konzeption in der Neubewertung sei und die Angeordneten darüber mit befinden müssten. Das mutete für einen Selbstläufer, wie die Dixielandkonzerte im Feuerwehrmuseum schon ein bischen komisch an. Stadtverordnete Marine Marquart (CDU), die gemeinsam mit Ehemann Siegfried seit dem ersten Konzert dabei ist und zum Jubiläum Tochter und Enkel mitbrachte, ist die Sache eigentlich klar: „Diese Konzertreihe ist ein Aushängeschild für die Kultur in dieser Stadt und ich werde mich dafür einsetzen, dass es diese auch weiterhin gibt.“
Zurück zum Orchester: Die Mannen um Frontmann Bernd Kinkhardt traten in ihrer bekannten lockeren Art auf, stellten sofort die Verbindung zum Publikum her und wurden vom ersten Ton an gefeiert. Das vierte Konzert der Thüringer im Feuerwehrmuseum, die, wenn sie nicht gerade in Eisenhüttenstadt gastieren, weltweit unterwegs sind, ging mit Interpretationen von den Baetles bis hin zu „Veronica, der Lenz ist da“ richtig ab. Die Aufwärmzeit war zwar da, versetzte aber dann doch die Liebhaber dieser Musik vom reinen Jazz bis hin zu Interpretationen aus der Schlager- und Pop-Szene in Verzückung. „Und genau das ist das Schöne an Eisenhüttenstadt. Nicht nur das einmalige Ambiente lässt uns gern hierher kommen, sondern vor allem das Publikum hat es uns angetan. Der gesamte Rahmen stimmt und ist etwas Besonderes“, sind sich die Musiker einig. Eine Einschätzung, die auch Gastinterpretin und Sängerin Vanessa Süß teilt, die erstmals im Feuerwehrmuseum auftritt. Legendär beim ersten Auftritt der Weimaraner war der defekte Bierkühler, der damals Hartmut Rose und sein Team fast zur Verzweiflung trieben und er so dem Ruf der Musiker nach einem frisch gezapften nicht umgehend gerecht werden konnte. Auch diesemal hatten die Mitglieder des Vereines „Freunde und Fördere des Feuerwehrmuseums Eisenhüttenstadt“ nicht gleich den Ruf vernommen, aber doch zeitnah reagiert und den Musikern ihr Bier servier, denn diese Trinken nicht sondern „schöpfen Talent“. Der Verein sorgte übrigens schon bei den letzten Konzerten für das leibliche Wohl der Gäste. Deshalb ging der Dank von Museumschef Hartmut Preuß an den Chef des Feuerwehrmuseums Jürgen Preuß und den Förderverein für die jahrelange Unterstützung und Vorbereitung der Konzerte. Sozusagen ein „Preußsches Kulturevent“, dass seines gleichen so schnell nicht finden dürfte und ein Markenzeichen der Stadt.

Fotos: han

Eingetragen am 11.05.2018 um 06:14 Uhr.
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