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Familienausflug zum Alt-Techniktreffen





Müllrose (han). Für Technikfans aller Altersklassen ist es längst ein Geheimtipp geworden: Das Alt-Techniktreffen auf dem Firmengelände am Kirchsteig 5 in Müllrose. Und so töffelte, tuckerte, brummte es am Samstag bis in die Mittagsstunden zum Gelände, denn dabei sein war in diesem Fall alles.

Sehen und gesehen werden, Fachsimpeleien mit anderen Technikfans, Ergattern von Ersatzteilen, exklusive Stylings und natürlich Antworten auf die Fragen der zahlreichen neugierigen Gäste prägten das Bild dieses Tages. Vom Standmotor von 1894 bis hin zum Wartburg 1.3 war so ziemlich alles zu sehen, was es an technischen Entwicklungen in den letzten 150 Jahren gab. Das beste daran war, dass fast alles funktionierte, manche Motoren nach einem halben Jahrhundert „Scheunenschlaf“ erstmals wieder angeworfen wurden und ansprangen. Wunder der Technik eben, so wie die zahlreichen Schlepper, Traktoren, Holzspalter und vielen anderen Fahrzeugen und Gerätschaften, die nicht nur die Mitglieder des Vereines „Alt-Technik Schlaubetal“ faszinierten sondern auch ganze Familien anzogen und die den Geruch von Öl, Benzin, Diesel – von Technik zum Anfassen in sich aufsogen.
„Bis jetzt ist unser Treffen stetig größer geworden und bei dem Wetter heute schaffen wir vielleicht einen neuen Rekord. 2016 hatten wir rund 2.500 Besucher, die sich die Technik von etwa 350 Ausstellern anschauten. Zugelassen sind Oldtimer, die älter als 30 Jahre sind“, erzählte Christian Kubicki, einer der Organisatoren des Vereines. Der Blick in die Runde schien ihn zufrieden zu stellen, allerdings die Bockigkeit des einen oder anderen Motors noch nicht. „Ja, da müssen wir mal gucken, woran das liegt“, meinte er vielsagend und begann mit den Freunden aus dem Verein zu schrauben.
„Das ist übrigens das Schöne an dieser Technik kann man noch schrauben kann“, lachte Erik Manke, der gemeinsam mit Freund Jörg Kühn aus Berlin kam und sich beim Wäschewaschen nützlich machte. „Dieser „Halbautomat“ stammt aus der Zeit um 1900 und wurde ursprünglich durch eine Kurbel angetrieben. Wir haben das Ganze etwas modifiziert und einen Transmissionsantrieb über unseren Deutz-Standmotor von 1935 realisiert und wir Sie sehen, wäscht das jetzt halbautomatisch.“ Das Grinzen können sich beide dabei nicht ganz verkneifen. Jörg Kühn indess führt einen Gas-Motor von Sauer-Vulcan aus dem Jahre 1894 vor. Diese wurden zum Beispiel genutzt, um Stromaggregate, die damals 110 Volt Gleichstrom lieferten, anzutreiben. Natürlich funktionierte auch das über Treibriemen.
Ganz interessant und ein absoluter Anziehungspunkt der Oldtimerschau war die Technik des Holzvergasers. Diese Antriebsart kam vor allem im zweiten Weltkrieg auf, als Benzin und Öl in Deutschland knapp wurden. Die technischen Entwicklungen erfolgten aber schon früher. Der Deutz-Motor mit 16 PS aus dem Jahre 1933 wollte jedoch nicht so richtig. Während Günter Werner die Lunte ins Feuerloch des mit Holzkohle gefüllten Kessels hielt, kurbelte Helmut Gebauer schwitzend am vorderen Teil der Konstruktion, um Luft anzusaugen. „Das kann schon mal bis zu 20 Minuten dauern, ehe der Motor anspringt und aus eigener Kraft läuft. Aber wenn er läuft, dann läuft er“, sprach sich der Lübbener Technikenthusiast selbst Mut zu und kurbelte mit wechselndem Gesichtsausdruck emsig weiter. Etwas einfacher hatte es da Detlef Märker. Der sechsfache Meister im Motorrad-Biathlon- und Enduro-Sport aus Eisenhüttenstadt präsentierte 250 Kubikzentimeter MZ-Gelände-Maschinen und hatte ständig Publikum um sich herum. Gleich nebenan parkten Xavier und Sabrina Bock aus Bremsdorf auf Simson Schwalbe und S50 ein und kamen aus dem Schwärmen gar nicht wieder heraus: „Moped fahren macht einfach nur Spaß, man kann die Landschaft genießen, kommt trotzdem flott voran und hat nicht so viele Kosten, wie bei den Motorrädern. Und Simson ist schließlich die Marke schlechthin. Das ist einfach ein Lebensgefühl oder die Freiheit auf zwei Rädern mit 60 Stundenkilometern.“ Die beiden Technikfans haben eine ganze Sammlung historischer Zweiräder zu Hause, das älteste eine Sachs-Mobylette aus dem Jahre 1939.
Abgerundet wurde das Display mit Traktoren aller Art, vom Eisenradschlepper bis zu moderneren Geräten aus den 1970er Jahren. „Das war noch Technik, wie wir sie liebten“, waren sich die aus der Landwirtschaft kommenden Schlepperfreunde Günter Jaß und Fred Gatzke einig. „Heute wird das GPS gesteuert, der Fahrer muss eigentlich auf dem Feld nur noch wenden. Das zeigt aber auch den gewaltigen Sprung in der Entwicklung“, so ihr Fazit.
„Es lief wieder alles nach „Plan“. Bei super Wetter mit viel Sonnenschein feierten wir ein familiäres Fest mit Unterhaltung für die ganze Familie“, stellte Christian Kubicki am späten Nachmittag sichtlich zufrieden fest und war in Gedanken schon beim 7. Alt-Techniktreffen in Müllrose im Mai 2020.

Fotos: han

Eingetragen am 06.05.2018 um 19:30 Uhr.
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